Warnsignale für Magersucht (Anorexia nervosa)
aus: Günther Rathner (1989) Was Sie über Essstörungen wissen sollten. 1. Auflage
Auffälliger Gewichtsverlust von 15% oder mehr ohne bekannte körperliche Ursachen, die für den Gewichtsverlust verantwortlich sein könnten
Einschränkung der Nahrungsaufnahme, v.a. von Kohlenhydraten und Fetten
Verleugnung von Hunger
Verleugnung, Probleme zu haben
Starke Angst vor einer Gewichtszunahme und/oder eine "verbissene" Entschlossenheit, immer dünner zu werden
Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe) bei Frauen, niedriger Sexualhormonspiegel (Testosteron) bei Männern
Fortgesetztes, fast zwanghaftes körperliches Taining trotz Ermüdung und Schwäche
Eigenartige Gewohnheiten im Umgang mit Nahrung
Andere "bekochen", aber selbst nicht essen
Verzerrte Wahrnehmung von Gewicht, Körperumfang und/oder Körperformen
Unfähigkeit, den Gewichtsverlust und das Ausmaß an körperlicher Tätigkeit zu kontrollieren und zu stoppen
Sozialer Rückzug
Ungewöhnliche Kälteempfindlichkeit
Perfektionismus, der von einem tiefen Gefühl der Wertlosigkeit begleitet ist
Selbstherbeigeführtes Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln (Laxantien) und/oder harntreibenden Mitteln (Diuretika)
Lanugobehaarung (feines Haar - "Babyflaum" - an Körperstellen)

Warnsignale für Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa)
Das Körpergewicht liegt gewöhnlich im Durchschnittsbereich.
Oft übersehen wird aber, daß nicht wenige Ess-Brechsüchtige ein künstlich niedriges Gewicht ("suboptimales Gewicht") halten. Das durch den gesellschaftlichen Schlankheitswahn beeinflusste aktuelle Gewicht liegt vielleicht nur einige Kilogramm unter dem konstitutionell bedingten Gewicht der betreffenden Person, kann aber nur durch bulimische Verhaltensweisen gehalten werden!
Unzufriedenheit mit den Körperformen und ständige Beschäftigung mit dem Wunsch, dünner zu werden (ähnlich wie bei Magersucht)
Angst vor einer Gewichtszunahme
Unkontrollierbare, geheimgehaltene Episoden von Fressanfällen, denen Versuche folgten, sich der Nahrung durch übermäßige körperliche Betätigung, selbstherbeigeführtes Erbrechen, Diät oder Gebrauch von Abführmitteln, harntreibenden Mitteln oder Appetitzüglern wieder zu entledigen
Depression und immer wiederkehrende Stimmungsschwankungen
Verstärkte körperliche Aktivität zur Gewichtskontrolle
Unfähigkeit, den Ess-Brech-Kreislauf zu durchbrechen
Schmerzen im Hals, Speiseröhre, Magen und Darm
Ödeme der Haut (Wasseransammlungen) und Schwellungen der Speicheldrüsen (Hals bis zum Unterkiefer; ähnlich wie bei Mumps)
Zahnschmerzen und Zahnzerstörungen
Gefühlsmäßige Labilität und Impulsivität
Unregelmäßige Regelblutung oder Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe) bei Frauen
Häufige Gewichtsschwankungen
© G. Rathner 2007 drucken
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